Allgemeine Geschäftsbedingungen für Unternehmen (Cardit)
Für die Nutzung der digitalen Bonuskarte Cardit und des Inhaberportals durch Gewerbetreibende / Unternehmer (§ 14 BGB). Anbieter: YOURLEAF GmbH, Zur Zugbrücke 2, 26203 Wardenburg. Stand: Oktober 2026.
1. Geltungsbereich
Diese AGB gelten für Verträge zwischen der YOURLEAF GmbH („wir“) und dem gewerblichen Kunden („Kunde“) über die Bereitstellung des Cardit-Dienstes. Sie gelten ausschließlich; entgegenstehende oder abweichende Bedingungen des Kunden werden nur bei ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung Teil des Vertrags. Für die Gäste des Kunden gelten eigene Nutzungsbedingungen der Wallet.
2. Vertragsgegenstand & Leistungen
Cardit ist ein browserbasierter Online-Dienst (SaaS) zur Kundenbindung. Gäste nutzen die Cardit Wallet im Browser oder als App, der Kunde verwaltet seine Bonuskarte im Inhaberportal („Konto“). Je gebuchter Bonuskarte umfasst der Leistungsumfang:
- eine vorbereitete Bonuskarte, die der Kunde selbst an seinen Betrieb anpasst — Name, Farbe, Logo, Bilder, Öffnungszeiten, frei definierbare Belohnungen und zeitlich begrenzte Angebote;
- einen Aushang und einen Flyer als PDF zum Ausdrucken oder zum Anzeigen am Bildschirm/Tablet, über den Gäste sich die Bonuskarte holen (kein physischer Aufsteller);
- die Cardit-Kasse im Browser eines eigenen Geräts mit Kamera, wahlweise mit USB-Handscanner, samt Tagesübersicht;
- eine Kassen-Schnittstelle mit selbst verwalteten Schlüsseln und Rechten sowie Bibliotheken und Beispiele zur Anbindung eigener Kassensysteme (Ziffer 6a);
- Push-Nachrichten an die Gäste, auch an selbst gewählte Zielgruppen, Aktionen und Partnerprogramme mit Firmen oder Vereinen (Ziffer 6);
- Auswertungen (Tagespuls, Insights, Kundenliste, Monatsbericht) und Lernvideos im Konto;
- laufende Weiterentwicklung und neue Funktionen im Rahmen des Dienstes.
Nicht enthalten sind Endgeräte (Smartphone, Tablet, Handscanner), der Internetzugang und Arbeiten am Kassensystem des Kunden. Gäste, Punkte und Push-Nachrichten sind mengenmäßig nicht begrenzt; technische Obergrenzen, die den Dienst vor Überlastung und Missbrauch schützen (z. B. Abrufe je Minute über die Schnittstelle), bleiben vorbehalten. Wir schulden die Bereitstellung des Dienstes, nicht einen bestimmten wirtschaftlichen Erfolg (z. B. Umsatz- oder Kundenzuwachs).
3. Vertragsschluss & Konto
Der Vertrag kommt mit der Bestellung über unsere Website und deren Bestätigung bzw. der Zahlung des Jahresbeitrags zustande. Nach Zahlung stellen wir den Konto-Zugang und eine vorbereitete Bonuskarte bereit; der Kunde legt dabei sein Passwort fest. Die inhaltliche Einrichtung — Name, Gestaltung, Belohnungen, Angebote — nimmt der Kunde selbst im Konto vor; Vorlagen, Beispiele und Lernvideos stellen wir bereit. Bei Fragen unterstützen wir per E-Mail an info@cardit.info oder über das Kontaktformular im Konto; eine vollständige Einrichtung durch uns ist nicht Vertragsbestandteil. Weitere Bonuskarten bucht der Kunde im Konto hinzu.
Der Kunde ist für die Vertraulichkeit seiner Zugangsdaten verantwortlich. Das gilt ebenso für die PIN, mit der er Kassengeräte koppelt, für gekoppelte Geräte und für die Schlüssel der Kassen-Schnittstelle. Buchungen, Einlösungen, Aufnahmen in Partnerprogramme und Änderungen, die über seine Zugangsdaten, Geräte oder Schlüssel ausgelöst werden, gelten als vom Kunden veranlasst. Bemerkt der Kunde einen Missbrauch, entkoppelt er das Gerät bzw. widerruft den Schlüssel im Konto und informiert uns.
4. Preise & Zahlung
- Jahresgebühr: 180 € netto pro Jahr und Bonuskarte zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer (derzeit 19 %, also 214,20 € brutto). Sie umfasst den vollen Funktionsumfang nach Ziffer 2.
- Kein Einrichtungsentgelt. Es fällt keine gesonderte Gebühr für die Einrichtung an. Die Einrichtung nimmt der Kunde selbst vor (Ziffer 3).
- Es fällt keine Provision pro Gast oder pro Punkte an.
- Weitere Cardit Card: jede zusätzliche Bonuskarte ist ein eigenes Paket zu den gleichen Konditionen (180 € netto / Jahr).
- Gutscheincodes gelten nur wie bei ihrer Ausgabe angegeben (Höhe, Zeitraum, Einmaligkeit); sie sind nicht auszahlbar und nicht mit anderen Nachlässen kombinierbar, sofern nicht anders angegeben.
Zufriedenheitsgarantie bei Erstbuchung: Innerhalb von 90 Tagen ab Buchung kann der Kunde den Vertrag ohne Angabe von Gründen beenden; wir erstatten dann den gezahlten Betrag vollständig und stellen dazu einen Storno-Beleg aus. Die Bonuskarte vergibt ab der Erstattung keine neuen Punkte mehr; damit Gäste nicht leer ausgehen, können sie bereits verdiente Belohnungen noch mindestens 30 Tage einlösen. Die Garantie gilt je Kunde einmalig für die Erstbuchung zum regulären Preis; sie gilt nicht für rabattierte Buchungen (z. B. mit Gutscheincode) und nicht für weitere Bonuskarten.
Die Zahlungsabwicklung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Stripe. Die Jahresgebühr ist jeweils zu Beginn des Vertragsjahres fällig und wird über das bei der Buchung hinterlegte Zahlungsmittel automatisch eingezogen. Rechnungen erhält der Kunde elektronisch als PDF per E-Mail und im Konto; er ist mit der elektronischen Rechnung einverstanden. Bei Zahlungsverzug können wir den Dienst nach Ankündigung vorübergehend sperren. Schlägt der Einzug der Jahresgebühr auch nach den automatischen Wiederholungen fehl, endet der Vertrag für die betroffene Bonuskarte mit Ablauf des zuletzt bezahlten Vertragsjahres; es folgt die Auslaufphase nach Ziffer 5. Wird eine Zahlung zurückgebucht (Rücklastschrift, Chargeback), können wir den Vertrag für die betroffene Bonuskarte beenden.
5. Laufzeit & Kündigung
Der Vertrag läuft je Bonuskarte ein Jahr ab Buchung und verlängert sich danach automatisch um jeweils ein weiteres Jahr. Es gibt keine Kündigungsfrist: Der Kunde kann bis zum letzten Tag der laufenden Vertragslaufzeit kündigen; dann endet der Vertrag zum Laufzeitende ohne weitere Verlängerung. Das bereits bezahlte Vertragsjahr läuft regulär bis zum Ende. Die Kündigung bedarf der Textform — per E-Mail oder, soweit für die Bonuskarte angeboten, über die Kündigungsfunktion im Konto; wir bestätigen sie per E-Mail. Bis zum Laufzeitende kann der Kunde eine Kündigung im Konto zurücknehmen. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
Faire Auslaufphase (Einlösefrist für Gäste): Nach dem Laufzeitende schaltet die Bonuskarte automatisch für mindestens 30 Tage in einen „nur einlösen“-Modus: Es werden keine neuen Punkte mehr vergeben, aber die Gäste können in diesem Zeitraum ihre bereits verdienten Belohnungen noch einlösen. Der Kunde verpflichtet sich, in dieser Auslaufphase die von seinen Gästen rechtmäßig gesammelten und noch offenen Belohnungen wie gewohnt einzulösen. Für die Auslaufphase fällt kein zusätzliches Entgelt an; sie ist Teil einer fairen Beendigung und dient dem Schutz der Gäste. Danach endet die Bereitstellung durch uns: Der Punktestand wird nicht mehr angezeigt und kann über Cardit nicht mehr eingelöst werden. Ansprüche, die Gäste aus dem Treueprogramm gegenüber dem Kunden erworben haben, bleiben davon unberührt — sie richten sich allein nach den Bedingungen, die der Kunde seinen Gästen gegenüber gesetzt hat; Cardit ist daran nicht beteiligt und schuldet selbst keine Belohnung. Bei außerordentlicher Kündigung, Missbrauch oder Betriebsschließung/Insolvenz kann die Auslaufphase entfallen.
Wiederaufnahme: Bucht der Kunde eine beendete Bonuskarte neu, beginnt eine neue Vertragslaufzeit; Karte, Gestaltung und die Punkte der Gäste stehen wieder zur Verfügung, soweit sie bis dahin nicht gelöscht sind (siehe Datenschutzerklärung Unternehmenskonto).
6. Mitwirkung & Verantwortung des Kunden
Der Kunde stellt zutreffende Angaben bereit — insbesondere die Anbieterangabe, die auf seiner Bonuskarte und dem Aushang öffentlich angezeigt wird — und nutzt den Dienst fair. Belohnungen, Bedingungen, Aktionen und Push-Nachrichten gegenüber seinen Gästen bestimmt und verantwortet der Kunde selbst; die von ihm ausgelobten Belohnungen und Vorteile sind seine Leistung, nicht unsere. Der Kunde stellt sicher, dass seine Aktionen und Nachrichten geltendem Recht entsprechen (z. B. Rabatt-, Wettbewerbs-, Werbe- und Jugendschutzrecht).
Partnerprogramme: Vereinbart der Kunde mit einer Firma oder einem Verein einen Vorteil für deren Mitarbeitende bzw. Mitglieder, ist diese Absprache allein seine Sache. Er prüft die Berechtigung eines Gastes, bevor er ihn an der Kasse aufnimmt, und trägt den gewährten Rabatt einschließlich seiner steuerlichen Behandlung. Partnerprogramme, aus denen sich besonders geschützte Angaben ergeben (z. B. Gewerkschaft, Partei, Religionsgemeinschaft, Gesundheit), legt der Kunde nicht an.
Für alle vom Kunden hochgeladenen oder eingestellten Inhalte (z. B. Logo, Bilder, Texte, Nachrichten) ist der Kunde allein verantwortlich. Er sichert zu, dass er über die erforderlichen Rechte (insb. Urheber-, Marken- und Persönlichkeitsrechte) verfügt und keine Rechte Dritter oder gesetzliche Vorgaben verletzt. Setzt der Kunde KI-generierte Inhalte ein, kennzeichnet er diese, soweit gesetzlich vorgeschrieben. Der Kunde stellt uns von berechtigten Ansprüchen Dritter frei, die auf von ihm eingestellten Inhalten beruhen. Wir sind berechtigt, gemeldete rechtswidrige Inhalte nach Prüfung zu sperren oder zu entfernen (siehe Melde- und Abhilfeverfahren).
6a. Kassen-Schnittstelle & Kassensysteme
Über die Kassen-Schnittstelle kann der Kunde ein eigenes Kassensystem an seine Bonuskarte anbinden. Er legt dafür im Konto Schlüssel an, bestimmt deren Rechte (z. B. nur Buchen oder auch Belohnungen, Angebote und Partnerprogramme ändern), ordnet sie gegebenenfalls einem Kassenhersteller zu und widerruft sie bei Bedarf. Das Kassensystem und die Arbeiten daran sind Leistungen des jeweiligen Herstellers und nicht Gegenstand dieses Vertrags; ihre Kosten trägt der Kunde. Wir dürfen einzelne Schlüssel oder die Anbindung eines Herstellers sperren, wenn das zum Schutz des Dienstes, der Gäste oder anderer Kunden nötig ist, und informieren den Kunden darüber.
Die im Konto angebotenen Bibliotheken und Beispiele (z. B. für Delphi, C#, Java, PHP, Python, JavaScript) stellen wir unentgeltlich bereit. Der Kunde und der von ihm beauftragte Kassenhersteller dürfen sie für die Anbindung an Cardit nutzen, anpassen und in ihre Kassensoftware einbauen; eine Nutzung für andere Zwecke ist nicht gestattet. Eine Eignung für ein bestimmtes Kassensystem schulden wir nicht; im Übrigen gilt Ziffer 9.
7. Verfügbarkeit & Support
Wir bemühen uns um einen zuverlässigen Betrieb, sichern aber keine ununterbrochene Verfügbarkeit zu (Wartung, Störungen, höhere Gewalt). Kassengeräte, die längere Zeit nicht genutzt werden, werden aus Sicherheitsgründen abgemeldet und lassen sich mit der PIN neu koppeln. Support erfolgt per E-Mail bzw. über das Kontaktformular im Konto. Weiterentwicklungen sind im Dienst enthalten; ein Anspruch auf bestimmte künftige Funktionen besteht nicht. Die Apps für Android und iOS stellen wir bereit, soweit sie in den jeweiligen Stores verfügbar sind; die Wallet im Browser steht unabhängig davon zur Verfügung.
8. Kein Widerrufsrecht — dafür unsere Zufriedenheitsgarantie
Der Vertrag richtet sich an Unternehmer (§ 14 BGB). Das gesetzliche Verbraucher-Widerrufsrecht (§ 355 BGB) findet daher keine Anwendung.
Freiwillig räumen wir stattdessen die in Ziffer 4 beschriebene 90-tägige Zufriedenheitsgarantie ein: Innerhalb dieser Frist ab Erstbuchung zum regulären Preis erstatten wir die gezahlte Jahresgebühr vollständig, ohne dass Gründe genannt werden müssen. Es handelt sich um eine vertragliche Zusage von uns, nicht um ein gesetzliches Widerrufsrecht.
9. Haftung
Wir haften unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt; im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen. Für vom Kunden gegenüber seinen Gästen gewährte Belohnungen und Vorteile sowie für Kassensysteme Dritter haften wir nicht.
10. Datenschutz & Auftragsverarbeitung
Soweit wir im Rahmen des Dienstes personenbezogene Daten der Gäste des Kunden verarbeiten (z. B. Punkte-/Bonusdaten, Zielgruppen, Partnerprogramme), handeln wir als Auftragsverarbeiter des Kunden. Es gilt der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, den der Kunde bei der Bestellung bestätigt; eine unterschriebene Fassung stellen wir auf Wunsch bereit. Das Hosting erfolgt in Deutschland (Hetzner Online GmbH). Wie Daten der Wallet-Nutzer verarbeitet werden, beschreibt die Datenschutzerklärung Wallet; zur Verarbeitung der Daten des Kunden selbst siehe Datenschutzerklärung Unternehmenskonto.
11. Schlussbestimmungen
Es gilt deutsches Recht. Ausschließlicher Gerichtsstand für Kaufleute ist der Sitz der YOURLEAF GmbH, soweit gesetzlich zulässig. Änderungen dieser AGB teilen wir mit angemessener Frist mit; widerspricht der Kunde nicht, gelten sie als angenommen. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt der übrige Vertrag wirksam.